Karate in Nottuln

Struktur - Titel, Rangordnung und Hierarchie

Beim Karate setzt sich die lange Tradition des Budo (dt. Weg des Krieges), als eine auf das Innere des Übenden abzielende Tätigkeit, fort. Budo ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste, die - im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu-Kriegskünsten - außer der Kampftechnik noch eine "innere" Do-Lehre oder auch Philosophie enthalten.

Japan gilt als ein Land der Tradition, und wenn von Traditionen, von Begriffen wie Budo und Bushido (Weg des Kriegers) gesprochen wird, sollten auch gewisse Gegebenheiten näher beleuchtet werden, welche sich in der Entwicklung und Praktik des Karate wiederfinden lassen.

Als Beispiel sei hier die komplexe japanischen Sprache mit dem zentralen Element des Keigo (Höflichkeitssprache) erwähnt. Ebenfalls die japanische Kultur mit ihren komplexen Hierarchien.

Einige Begriffe aus dem Budo und der japanischen Tradition:

Shihan

Shihan ("Lehrmeister", "Vorbild") ist ein Großmeister der Kampfkunst. Der Titel Shihan wird verliehen und kann nicht durch Graduierungen erreicht werden. Mindestvoraussetzung ist je nach Kampfkunst der 7. Dan.

Sensei

Sensei (wörtl. früher geboren) bedeutet "Lehrer" oder auch "Meister". Meist werden Danträger, welche eine Lehrende Position haben, mit Sensei angesprochen. Da es sich um einen Höflichkeitstitel handelt, bezeichnet sich der Betreffende nicht selbst als "Sensei".

Shido

Auch dieses Wort bedeutet "Lehrer" oder "Ausbilder" und wird für gewöhnlich gebraucht, um einen offiziellen, weniger erfahrenen Lehrer innerhalb einer Institution zu kennzeichnen.


Yudansha

Yudansha (wörtlich "Person mit Dan") sind Personen, die einen Dangrad innehaben. Der Dan (wörtlich Stufe, Rang) bezeichnet in vielen asiatischen Kampfkünsten einen Fortgeschrittenen- bzw. Meistergrad.

Mudansha

Als Mudansha (wörtlich "Person ohne Dan") werden Personen bezeichnet, die noch keinen Meistergrad innehaben und folglich Schüler bzw. Kyu-Grad-Träger sind. Kyu bedeutet wörtlich "Klasse", "Schulklasse" oder "Rang".


Sempai / Dohai / Kohai

Im Budo bezeichnet Sempai ("der Ältere", "der Erfahrene") einen Schüler, der früher mit der Ausbildung angefangen hat. Aufgabe des Sempai ist, den Neulingen Orientierung und Ratschläge zu geben und eine Vorbildfunktion auszuüben, selbige aber auch nie aufzudrängen.

Kohai ist der japanische Begriff für jemanden, der nach einem selbst mit der Ausbildung, bzw. mit dem Training anfängt. Kohai wird nicht als direkte Anrede verwendet.

Als Dohai werden schlußendlich Schüler bezeichnet, die gleichzeitig mit der Ausbildung begannen.


Ehrentitel

Im Budo wird noch eine weitere Form der Auszeichnung - die klassischen Ehrentitel - praktiziert.

Diese Titel existieren neben dem bekannten Dan Graduierungssystem, und waren gedacht als einzelne Schritte auf dem Weg oder auch als Zeichen, daß ein gewisses Niveau an Können und Verständnis erreicht worden war.

Sie werden nur demjenigen verliehen, der "einen spezifischen Rang innehat und außergewöhnlich in seiner Technik, in seinem Wissen und in seinem Charakter als Budoka ist.

Verliehen werden diese Titel von einer Kommission von japanischen Budo-Großmeistern, die alle den Hanshi-Titel besitzen müssen. Nur Diese Kommission darf über die Vergabe von Budo-Titeln entscheiden.